Silvester 2025 in Belgien: Unser Test zum Camping Duinezwin

Silvester 2025 in Belgien: Unser Test zum Camping Duinezwin

Für unseren Silvesterurlaub 2025 wollten wir bewusst raus. Zeitraum: vom 26.12. (zweiter Weihnachtsfeiertag) bis zum 4.1. Ziel war klar – am liebsten ans Wasser. Wintercamping schränkt die Auswahl allerdings deutlich ein. Viele Plätze haben über den Winter geschlossen, besonders entlang von Rhein und Mosel, wo Hochwassergefahr besteht und oft die erste Reihe gesperrt ist.

Außerdem hatten wir eine spezielle Herausforderung: Wir wollten mit drei Gespannen anreisen (meine Mutter, mein Bruder mit Familie und wir drei – Noah, Simba und ich). Wir stehen am liebsten in „U-Form“, also brauchten wir drei Plätze nebeneinander. Bei „Kompass Camping“ in Westende hat es fast geklappt, aber da gab es keine drei freien Plätze ohne Abtrennung mehr.

Beim Surfen bin ich dann auf Camping Duinezwin in Oostende gestoßen. Laut Website war alles voll, aber ich hab einfach mal eine Mail hingeschrieben. Und siehe da: Weil das Wetter so gut war, haben die Betreiber einen zusätzlichen Bereich geöffnet und uns drei Plätze nebeneinander angeboten.

Anreise und Kosten

Die Entfernung betrug für uns etwa 250 km, was man in 3 bis 4 Stunden locker über die Autobahn schafft. Für die 9 Übernachtungen haben wir insgesamt 282,75 Euro bezahlt. Das sind gerade mal etwas mehr als 31 Euro pro Nacht.

Der Preis setzt sich so zusammen:

  • 171 € für den Komfort-Stellplatz
  • 81 € für zwei Erwachsene
  • 24,75 € für den Hund
  • 6 € Gebühr für die bevorzugte Platzwahl

Darin enthalten sind:

  • Wasser am Platz,
  • Strom-Flatrate
  • Müll
  • und die restlichen Nebenkosten.

Nur die Duschen (1 Euro pro 6 Minuten via Wertmarken) und das WLAN (externer Anbieter) kosten extra. Das mit den Duschmarken finde ich zwar nervig, ist in der Gegend aber völlig normal. Ich habe aus Neugier bei anderen Plätzen geschaut, da ist es dasselbe Spiel.

Gerade im Winter fand ich den Preis fair, vor allem weil wir durch unsere elektrische Heizung am Landstrom sicher keinen unerheblichen Stromverbrauch hatten.

Die Ein- und Ausfahrt erfolgt per Code, was sehr praktisch ist. Anreise ist ab 12 Uhr möglich, Abreise ebenfalls bis 12 Uhr. Auf Nachfrage durften wir sogar bis 15 Uhr bleiben, da niemand nach uns gebucht war.

WLAN / Internet am Platz

Was mich echt genervt hat, war das WLAN. Es gibt kein platz eigenes Netz, sondern nur „CityMesh“. Das kostet 6 Euro pro Tag. Wenn man längere Zeiträume bucht, wird es zwar etwas günstiger, aber wir haben es gelassen.

Da unser Datenvolumen genau in der Mitte des Urlaubs resettet wurde, hatten wir über 200 GB zur Verfügung. Das hat gereicht. Aber viel Puffer hatten wir da nicht mehr. Ich habe mal nachgerechnet und pro Tag haben wir schon so an den 30 GB gekratzt.

🇪🇺
Ein wichtiger Tipp: Checkt eure Info-SMS im Ausland! Viele „Unlimited“-Verträge werden im EU-Ausland gedeckelt und zusätzliches Volumen kann teuer werden. Im Sommer wäre es bei uns mit Streaming, Smarthome im Wohnwagen und Remote-Arbeit ohne WLAN eng geworden. Obwohl wir nah an der Rezeption standen, konnten wir uns in das kostenlose Rezeptions-WLAN leider nicht einwählen – vermutlich war der Empfang zu schlecht.

Der Stellplatz

Die Stellplätze sind eher breit als tief, aber wirklich sehr groß. Man hat genug Platz für Auto, Wohnwagen und Vorzelt.

Wir haben uns für unsere Sackmarkise entschieden und die Universal-Seitenteile von Boocamp getestet. Kurzfassung: Die gehen direkt wieder zurück. Dazu gibt es einen separaten Beitrag.

Und so sieht der Stellplatz dann mit etwas "Leben" aus 😄

Weil wir ja den letzten Weihnachtstag zusammen gefeiert haben, kam später auch noch die alte Außenküche meiner Großeltern zum Einsatz. Die ist bestimmt älter als ich, aber noch top in Schuss (Fritz-Berger-Qualität eben). Leider habe ich vergessen ein Foto davon zu machen.

Aaaaber: Am 2. Weihnachtstag gab es Pizza aus meinem neuen Enders Pizzaofen. Und davon habe ich ein Foto gemacht. Der Ofen ist eine 10/10, absolut klasse!

Zurück zum Stellplatz: Am Platz gibt es Wasser und Abwasser. Wegen Frost war das Wasser erst abgestellt, wurde dann aber bei Temperaturen über 0 Grad freigegeben. Das war das Glück für uns: Wir konnten so unsere nagelneue Tischspülmaschine von Silvercrest testen. Die hat in den 10 Tagen ordentlich gearbeitet. Zuerst war das Befüllen des Tanks mühselig, aber als wir sie direkt an den Wasseranschluss anschließen konnten, war es eine echte Erleichterung. Ich weiß, die „Ur-Camper“ schimpfen jetzt, aber hey: Wir sind Neucamper, wir dürfen uns dem Spülen am Becken verweigern!

Weniger glücklich war mein Bruder. Er hatte sein Obelink-Vorzelt dabei. Ihr erinnert euch? Genau das gleiche, das wir in unserem ersten Holland-Urlaub hatten und wegen Defekts reklamieren mussten.

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Und rate mal: Nach 10 Tagen war auch seins kaputt und geht nun nach etwas hin- und her schreiben mit Obelink zurück. Auch unser Rolltisch von Obelink gibt nach nur zwei Einsätzen den Geist auf (Plastik geht kaputt, Sachen lösen sich). Ich bin ehrlich gesagt immer enttäuschter von den Obelink-Eigenmarken. Bei Fritz Berger hatte ich solche Probleme bisher (Toi, toi toil) noch nie.

Die Sanitäranlagen

Kommen wir zum einzigen Manko: Wir standen nah an den Sanitärgebäuden und hier muss ich ehrlich sein: Ich war nicht zufrieden. Positiv vorweg: Es wird aktuell an einem neuen Duschhaus gearbeitet, zumindest für die Herren. Fertigstellung soll zu Ostern 2026 sein. Ich bewerte also den Ist-Zustand.

Im Herren-Sanitärgebäude gibt es:

  • Toiletten
  • eine Wasch-/Rasierkabine
  • genau eine Duschkabine

Die Dusche ist sichtbar in die Jahre gekommen. Es gibt keine vernünftige Möglichkeit, trockene Kleidung vor Wasser zu schützen. Der Münzeinwurf für die Duschmarke befindet sich außerhalb der Kabine.

Das Wasser schwankte zwischen lauwarm und extrem heiß. Während des Duschens wird direkt eine Kabine weiter gut und gerne mal das "Geschäft" verrichtet. Insgesamt habe ich mich dort überhaupt nicht wohlgefühlt. Sauber wirkte es leider auch nicht.

Dazu kommt ein Abspülmechanismus bei den Toiletten, den viele offenbar nicht verstehen. Man muss den Knopf extrem weit hineindrücken, sonst passiert nichts. Entsprechend häufig fand man die Hinterlassenschaften der Vorbesucher vor – wirklich unangenehm.

🚽
Übrigens: Im Internet wird oft davor gewarnt, dass man eigenes Klopapier mitbringen müsse. Während unseres Aufenthalts war das nicht der Fall. Hätten wir aber auch nicht schlimm gefunden.

Nach ein paar Tagen wurden die Damen-Duschen auch für Männer freigegeben, weil eine Dusche (suprise 😄) für den gesamten Platz schlicht zu wenig ist. Dort war es zumindest etwas vom Toilettenbereich getrennt, allerdings extrem eng.

Umdrehen war kaum möglich, ohne die feuchten Wände zu berühren. Die sechs Minuten habe ich dort selten ausgereizt.

In den Wasch- und Rasierkabinen tropfte Kondenswasser von der Decke. Auch hier machte alles keinen besonders sauberen Eindruck, aber es war okay. Wobei das mit dem Kodenswasser schon irgendwie eklig war.

Ehrlich gesagt sieht es auf den Fotos deutlich vorteilhafter aus als in der Realität 😄

Aber: Am anderen Ende des Platzes gibt es ein weiteres Toilettenhaus. Dort waren die Toiletten sauberer und die Waschbereiche in Ordnung.

Allerdings wurde der Männerbereich nach ein paar Tagen geschlossen, nur der Frauenbereich blieb geöffnet.

Unterm Strich: Für die Sanitäranlagen gibt es einen deutlichen Punktabzug. Vor allem, wenn man bedenkt, dass die Duschen extra kosten. Zudem ist das System mit den Duschmarken (für mich) nervig, weil die Rezeption im Winter nur von 10 bis 12 Uhr auf hat. Man kauft dann oft auf Vorrat und nimmt am Ende zu viele Marken wieder mit nach Hause.

Personal, Stromausfälle und Organisation

Das Personal war durchweg freundlich und gut erreichbar. Während unseres Aufenthalts kam es mehrmals vor, dass die Hauptsicherung der Stellreihe rausgeflogen ist. Die Sicherung am eigenen Platz konnte man selbst wieder einschalten, die Hauptsicherung allerdings nicht.

Dann liefen abends Camper mit Taschenlampen über den Platz. Ein Anruf bei der Notfallnummer reichte, nach etwa 10–15 Minuten war der Strom wieder da.

Der Buchungsprozess insgesamt hat gut funktioniert. Nach der Buchung kamen mehrere E-Mails mit allen wichtigen Infos, am Anreisetag sogar noch eine WhatsApp-Nachricht.

Service, Gas und Hund

Auf dem Platz selbst gibt es keinen Brötchenservice, keinen Kiosk und keinen Supermarkt. Dafür ist man in 10–15 Minuten zu Fuß bei mehreren Supermärkten in Bredene.

Einen Gasflaschenservice gibt es leider nicht. Da es keinen Füllservice in der Nähe gab und deutsche Flaschen logischerweise nicht erhältlich waren, mussten wir in einem belgischen Baumarkt eine belgische Gasflasche kaufen.

Für Hunde wird auf dem Platz nichts geboten. Es gibt keine Kotbeutelspender oder ähnliche Angebote, obwohl eine Hundegebühr erhoben wird. Der Betrag war zwar überschaubar, trotzdem wäre ein Mindestangebot schön gewesen.

💡
Für alle Hundebesitzer mit ängstlichen Hunden zu Silvester: Das Feuerwerk hier in der Umgebung hielt sich wirklich in Grenzen. Man hat es wirklich kaum mitbekommen. Auch das "geböller" am Tag war sehr Maßvoll. Zudem ist Feuerwerk auf dem Platz selber verboten, woran sich auch bei unserem Aufenthalt alle gehalten haben.

Kinder

Auf dem Campingplatz haben wir 2 kleinere Spielplätze entdeckt, ohne Wertung da wir wohl aus dem relevanten Alter raus sind und unser Neffe hat durch die Temperaturen auf einen Test verzichtet 😄

Müll, Entsorgung und Service

Müllsäcke gibt es kostenlos an der Rezeption, täglich neu. Die Müllentsorgungsstation ist vorhanden, wirkt aber ungepflegt. Die Säcke werden dort einfach gestapelt.

Chemietoiletten können am Sanitärhaus in einem extra Raum entsorgt werden, allerdings gibt es keinen CamperClean oder ähnliches.

Spülmöglichkeiten sind vorhanden und hier gibts auch warmes Wasser. Allerdings sind wir dank unserer neuen Errungenschaft gar nicht dazu gekommen, das Spülbecken zu testen, sah aber in Ordnung aus:

Auf zum Strand

Der Strand ist vom Campingplatz aus in etwa 10–15 Minuten zu Fuß erreichbar, je nachdem, wo man steht. Der Zugang liegt direkt an der Küstentram-Haltestelle „Campings“. Das ist praktisch, denn so lassen sich auch Ausflüge in die umliegenden Orte unkompliziert mit der Tram erledigen.

Auf dem Weg zum Strand muss eine Straße überquert werden. Dafür gibt es zwei Möglichkeiten: entweder unten über eine Ampel oder oben über eine Fußgängerbrücke. Letztere ist bequem, allerdings sind dort Fahrräder nicht erlaubt.

Direkt am Strand befinden sich eine Strandbar, Abstellmöglichkeiten für Fahrräder sowie eine Toilette. Die Strandbar war während unseres Aufenthalts allerdings meist wetterbedingt geschlossen.

Für Hundebesitzer wichtig: Hunde sind vom 1. Oktober bis 31. März ohne Einschränkungen am Strand erlaubt.

In den Monaten April, Mai, Juni und September dürfen Hunde vor 10:00 Uhr und nach 18:30 Uhr an den Strand. In Juli und August gilt die Regelung vor 10:00 Uhr und nach 20:00 Uhr.

Fazit

Abgesehen von den Sanitäranlagen hat uns der Platz insgesamt gut gefallen. Er ist gepflegt, gut gelegen und bietet ausreichend große Stellplätze. Die Nähe zum Meer, zu Bredene und zu Oostende ist ein klarer Pluspunkt. Das Personal ist freundlich, der Preis für neun Nächte inklusive Strom absolut fair.

Trotz der Schwächen würden wir den Platz empfehlen, insbesondere fürs Wintercamping. Vor allem dann, wenn die neuen Duschen fertig sind. Wir können uns gut vorstellen, wiederzukommen.

Letzte Aktualisierung: vor 14 Stunden
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