Caravan Salon 2025: Unsere Highlights und alle wichtigen Neuheiten aus Düsseldorf

Caravan Salon 2025: Unsere Highlights und alle wichtigen Neuheiten aus Düsseldorf

Einmal im Jahr wird Düsseldorf zum größten Campingplatz der Welt, nur leider ohne Brötchenservice. Vom 29. August bis zum 7. September war wieder Caravan Salon, und wir haben uns durch 15 Hallen geschoben, Betten probegelegen und mehr Schranktüren auf- und zugemacht, als unseren Füßen lieb war. Hier kommt unser Rückblick: die wichtigsten Neuheiten, die Trends und unsere ehrliche Meinung dazu.

Erstmal die nackten Zahlen

269.000 Besucher aus 80 Ländern, 810 Aussteller aus 41 Nationen. Das ist das zweitbeste Ergebnis in 64 Jahren Caravan Salon, nur 2019 waren ein paar Hundert Menschen mehr da. Und das merkt man auch. Samstags schiebt ihr euch durch Halle 1 wie über einen Weihnachtsmarkt.

Viel interessanter finden wir aber zwei andere Zahlen aus der Messebilanz: Über ein Drittel der Besucher war zum ersten Mal da, und knapp 40 Prozent denken gerade konkret über einen Kauf nach. Es kommen also jede Menge Neucamper nach. Willkommen im Club, ihr seid hier genau richtig.

Die gute Nachricht: Wohnwagen werden wieder bezahlbar

Wenn wir die Messe in einem Satz zusammenfassen müssten, dann so: Die Branche hat verstanden, dass nicht jeder 40.000 Euro für einen Wohnwagen ausgeben will. Jahrelang wurde jedes neue Modell größer, schwerer und teurer. Dieses Jahr geht es zum ersten Mal spürbar in die andere Richtung, und zwar bei fast allen Herstellern gleichzeitig.

Das beste Beispiel steht am Fendt-Stand. Die neue Einsteigermarke Next ist schon im Frühjahr gestartet, aber in Düsseldorf konnten wir den Next 380 zum ersten Mal live anschauen, zusammen mit gefühlt der halben Messe. Die Eckdaten: 1.000 Kilo zulässige Gesamtmasse, 5,88 Meter lang, nur 2,19 Meter breit, ab 18.900 Euro. Dafür bekommt ihr ein französisches Bett, eine Sitzgruppe, eine Küche mit 90-Liter-Kühlschrank samt Gefrierfach und sogar Toilette mit Waschbecken. Was ihr nicht bekommt: Klimaanlage, Fernseherhalterung, Rangierhilfe. Und genau das ist der Punkt. Der Wagen ist für kleine Autos und E-Autos gedacht, bei denen jedes Kilo zählt. Finden wir stark, so ein Modell hat gefehlt.

LMC treibt das Spar-Thema mit dem e:dero auf die Spitze. Drei Grundrisse ab 13.490 Euro, das kleinste Modell wiegt fahrbereit gerade mal 612 Kilo. Der Haken: keine Heizung, kein Gas, kein Bad. Die Campingtoilette wohnt im Kleiderschrank, das Wasser kommt aus einem 12-Liter-Kanister und gekocht wird draußen. Für Sommerwochenenden an der Ostsee völlig okay. Für den Oktober in den Bergen würden wir uns das nicht antun.

Dethleffs löst das Ganze über Sondermodelle. Der c'joy Active startet bei 17.599 Euro, der c'go Active bei 20.999 Euro, und gegenüber der Einzelbestellung spart ihr bis zu 5.576 Euro. Das Beste daran: Warmluftheizung, Warmwasser, Fliegenschutztür und USB-Steckdosen sind schon serienmäßig drin. Wer schon mal einen Wohnwagen konfiguriert hat, weiß, wie schnell so eine Aufpreisliste den schönen Katalogpreis zerlegt.

Auch der Rest zieht mit: Knaus baut die Südwind Black Selection auf acht Grundrisse aus, ab rund 26.990 Euro. Weinsberg hat dem CaraOne ein komplett neues Innenleben spendiert, inklusive Bad in Marmoroptik, elf Grundrisse ab etwa 16.050 Euro. Kleiner Dämpfer: Die schicken glatten Seitenwände kosten extra, Serie bleibt das klassische Hammerschlag-Alu. Und bei Bürstner wurde richtig radikal aufgeräumt. 15 Baureihen sind gestrichen, übrig bleibt der bisherige Averso, der jetzt B66 heißt und ab knapp 24.900 Euro mit GFK-Dach und Kompressorkühlschrank verkauft wird.

Was die Klassiker fürs Modelljahr 2026 ändern

Natürlich gab es nicht nur Sparmodelle. Die bekannten Baureihen wurden fleißig renoviert, meistens innen.

Hobby macht Detailpflege, und zwar die gute Sorte. Fast alle Baureihen bekommen neue Polster, De Luxe 460 SFf, De Luxe 460 SL und Excellent 460 SL ein neues Heckbad mit klappbarer Duschwand, und in De Luxe und Ontour ist jetzt serienmäßig eine Küchenrückwand mit Steckdosen und USB-Anschlüssen verbaut. Klingt unspektakulär, ist aber genau das Zeug, das man jeden Tag benutzt. Dazu kommt HobbyConnect, ein 7-Zoll-Touchpanel für die Bordtechnik. Heimlicher Star am Stand war für uns aber die Studie Concept 830 CE: hell, skandinavisch, mit einer Küche, die Hobby zusammen mit ALNO entwickelt hat, und überall Magnethalterungen von silwy, damit während der Fahrt nichts durch den Wagen segelt. Da würden wir sofort einziehen.

Adria hat den Familienklassiker Adora komplett umgekrempelt. Erdige Farben, schwarze Akzente, 157-Liter-Kompressorkühlschrank, App-Steuerung und obendrauf zehn Jahre Dichtigkeitsgarantie. Neun Grundrisse für vier bis sieben Personen bleiben im Programm, zwei kompakte fliegen raus.

Eriba verpasst Feeling und Novaline (so heißt die bisherige Nova Light jetzt) einen Neuanfang: Stoff an den Wänden statt Gardinen, grifflose Klappen, Boden in Betonoptik. Die alte S-Heizung fliegt raus, dafür kommt die Truma VarioHeat rein, was ordentlich Stauraum freischaufelt. Der Feeling 425 startet bei 27.990 Euro, die Novaline liegt zwischen 29.490 und 31.490 Euro.

Tabbert holt mit der Pantiga Finest Edition ab 28.490 Euro wieder mehr Premium ins Programm. Fendt baut den Bestseller Bianco auf 17 Grundrisse aus, neu sind die Bianco Selection 495 SG mit Einzelbetten ab 29.250 Euro und zwei Apero Activ ab 24.650 Euro.

Und dann war da noch unser persönlicher Exot der Messe: der Karoo Adventure Camper aus Finnland. Ein windschnittiger Leichtcaravan extra für E-Autos, 5,3 Meter lang, maximal 1.350 Kilo, mit eigener 2,5-kWh-Batterie und App-Steuerung. Laut Hersteller hat er 51 Prozent weniger Luftwiderstand als ein normaler Kastenwohnwagen. Wenn das stimmt, macht das beim Verbrauch des Zugfahrzeugs richtig was aus. Preis ab etwa 29.900 Euro, ausgeliefert wird ab 2026.

In den Technikhallen dreht sich alles um Strom

Die Hallen 13 und 14 waren dieses Jahr unser Lieblingsspielplatz. Das Spannendste passiert gerade nämlich nicht bei den Grundrissen, sondern bei Batterien und Solar.

Ective hatte gleich zwei Hingucker dabei. Erstens eine Solarmarkise mit aufrollbaren Solarzellen, die bis zu 4,5 kWh am Tag liefern soll, für rund 3.000 Euro. Schatten und Strom in einem, warum eigentlich erst jetzt? Zweitens eine Natrium-Ionen-Batterie mit bis zu 10.000 Ladezyklen, die auch bei minus 20 Grad noch arbeitet. Genau da steigen normale Lithium-Batterien im Winter nämlich gerne aus.

Renogy zeigt neue Lithium-Systeme von 104 bis 240 Amperestunden mit App-Steuerung, Solara neue Hochvolt-Solarmodule mit 22 Prozent Wirkungsgrad ab 849 Euro, und Eberspächer packt mit dem Zeliox Neo 4000 ein komplettes 48-Volt-Energiesystem in eine 43-Kilo-Box, Marktstart Ende 2025.

Ein Trend, der uns richtig gut gefällt: Immer mehr Hersteller verstecken die ganze Energietechnik unter dem Fahrzeugboden. Mehr Stauraum, keine Kabelberge im Kleiderschrank, und das Lüftersurren vom Wechselrichter bleibt draußen.

Beim Heizen und Kühlen geht es in die gleiche Richtung, nämlich weg vom Gas. Truma zeigt die CombiNeo, die nach drei Minuten warmes Wasser liefern soll. Alde bringt mit der Compact 4000 D eine stufenlos regelbare Dieselheizung, Webasto kündigt die Air Top Pro 25 für November an. Bei den Klimaanlagen legen Eberspächer (Breezonic, kommt Anfang 2026), Dometic (FreshJet 2600) und Teleco nach. Für uns Wohnwagen-Fahrer ist Diesel natürlich keine Option, der Caravan hat ja keinen Tank. Aber beim Kochen tut sich was: Induktion taucht immer öfter in Serienküchen auf.

Zubehör

Die eine große Sensation gab es beim Zubehör dieses Jahr nicht. Dafür viele kleine Dinge, die den Alltag leichter machen:

  • MPK VisionStar LE: elektrische Dachhaube mit Regensensor, öffnet stufenlos bis 60 Grad. Rund 900 Euro, kommt im Frühjahr 2026.
  • Lippert In-Key: schlüsselloser Zugang per RFID für bis zu zehn Nutzer. Ohne App, ohne Bluetooth-Theater, einfach Chip dranhalten.
  • Goldschmitt Zusatzluftfederung mit Wiegefunktion: zeigt euch das tatsächliche Gewicht in der App an. Für alle, die an der Waage schon mal ins Schwitzen gekommen sind.
  • Thetford S220 und S260: Trenntoiletten mit Füllstandsanzeige, Umrüstkits ab 599 Euro, komplette Toiletten ab 850 Euro. Trenntoiletten sind damit endgültig im Mainstream angekommen, auch Clesana und Dometic legen nach.
  • Airlineschiene mit integrierter Kederleiste: Zurrschiene und Vorzeltbefestigung in einem Profil, je nach Länge 109 bis 266 Euro. Unspektakulär, aber clever.
  • Revotion Remote: Fernzugriff auf die komplette Bordtechnik übers Internet. Heizung schon mal anwerfen, während ihr noch auf der Autobahn steht.

Fällt euch was auf? Fast alles davon löst ein echtes Problem statt ein erfundenes. Das gefällt uns deutlich besser als die Gadget-Schlachten der letzten Jahre.

Und was ist mit Elektro?

Kurz gesagt: viel Gerede, wenig zu kaufen. Serienreife E-Wohnmobile gibt es weiterhin praktisch nicht. Dethleffs zeigt immerhin die Studie e.home eco auf Ford E-Transit mit knapp 240 Kilometern Reichweite, die Serie soll um 2028 mit rund 400 Kilometern kommen. Branchenexperte Jürgen Bartosch hat es im ZDF ziemlich trocken zusammengefasst: "Ein Fahrzeug mit 3,5 Tonnen für vier Personen mit einer Reichweite von 400 oder 500 Kilometer ist im Moment nicht darstellbar." Die Batterie wiegt eben mal 750 Kilo, und die fehlen dann bei der Zuladung.

Wir Wohnwagen-Leute haben es da leichter. Das Zugfahrzeug darf gerne elektrisch sein, der Caravan hängt einfach hinten dran. Genau dafür sind der Fendt Next und der Karoo gebaut. Das echte Problem ist ein anderes: Findet mal eine Ladesäule, an der ihr mit Gespann vernünftig rangieren könnt. Daran scheitert es aktuell öfter als an der Reichweite.

Warum auf einmal alle über Preise reden

Der Preiskampf hat einen simplen Grund. In Deutschland sind inzwischen über eine Million Reisemobile zugelassen, mehr als doppelt so viele wie 2017. Der Corona-Boom ist vorbei, die Händlerhöfe sind voll und die Neuzulassungen gehen 2025 leicht zurück. Also streichen die Hersteller Grundrisse, packen Ausstattung in Sondermodelle und drücken die Einstiegspreise. Bürstner mit seinen 15 gestrichenen Baureihen ist das krasseste Beispiel, aber auch Dethleffs hat die c'joy- und c'go-Palette von 13 auf sieben Varianten eingedampft.

Für euch als Käufer ist das erstmal eine gute Nachricht. Mittelfristig heißt es aber auch: weniger Auswahl.

Unser Fazit

Für Einsteiger war das die beste Messe seit Jahren. Neue Wohnwagen gibt es wieder zu Preisen, bei denen man nicht schlucken muss, und die Sondermodelle mit Komplettausstattung ersparen euch das nervige Rechnen mit der Aufpreisliste. Wer ein E-Auto oder einen kleinen Verbrenner fährt, findet endlich Wohnwagen, die dazu passen.

Trotzdem unser Rat: Überlegt ehrlich, wie ihr wirklich campt, bevor euch ein Preis überzeugt. Ein Wohnwagen ohne Heizung ist im Juli in Holland ein Traum und im Oktober in Südtirol eine Zumutung.

Der nächste Caravan Salon läuft übrigens vom 28. August bis zum 6. September 2026. Falls ihr zum ersten Mal hinfahrt: bequeme Schuhe, mindestens zwei Tage Zeit, und kommt wenn möglich unter der Woche. Samstags steht ihr vor den beliebten Modellen erstmal eine Viertelstunde Schlange. Wir sprechen aus Erfahrung.

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